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Story: Rot Runners by Gerstberger

Rot Runners. Klingt erst mal wie eine Comicfigur bei Bugs Bunny. Weit gefehlt. Einzige Gemeinsamkeit: Das Laufen. Eine Fähigkeit, die nicht für alle Menschen auf unserer Erde selbstverständlich ist. Ein Privileg das man zu schätzen wissen sollte. Säuglinge lernen nach ein paar Monaten laufen. Anfangs sind die kleinen Racker noch etwas wackelig auf den Beinen. Im Laufe der Zeit wird der Gang immer sicherer und flüssiger bis hin zur absoluten Selbstständigkeit und Freiheit. Diesen Zustand erlangt jeder gesunde Mensch im Zuge seiner Entwicklung. Von einem Tag auf den anderen kann diese Fähigkeit weg sein. Gründe dafür gibt es genug. Krankheiten und tragische Unfälle sind dabei die am häufigsten vorkommenden Begründungen für einen solch evolutionären Rückschritt. Eine große Zäsur im Leben eines betroffenen Menschen.

„Eine zweite Chance.“ „Ein Neuanfang“.“ Nichts ist wertvoller als das Leben.“ „Ich bin froh, dass ich überhaupt am Leben bin.“

Bemerkenswerte Aussagen mit Gänsehaut-Faktor. Aussagen von Menschen, die eine solche Zäsur erlebt und hinnehmen mussten. Aber: Sie nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und lernen damit zu leben. Ein erfülltes Leben zu führen, das steht an oberster Stelle. Sich nicht von den Umständen der Vergangenheit beeinträchtigen lassen. „Was passiert ist, ist passiert“, sagte mal ein Betroffener. Es zeigt, welch Mut und Lebensfreude die Menschen ausstrahlen, die sich nicht unterkriegen lassen, die aufstehen und immer weitermachen, egal wie oft sie fallen.

Diese Einstellung legen auch unsere Rot Runners an den Tag. Eine Gruppe, die vor 10 Jahren beschloss das Schicksal selbst zu bestimmen und die Chance, die sie bekommen haben, zu nutzen. Und zwar gemeinsam. Einer für alle und alle für einen. Eine bunter Haufen aus Mann und Frau, Jung und Alt, Unterschenkelamputiert, Knieamputiert. Alles dabei. Einmal im Monat treffen sich an wechselnden Treffpunkten im Allgäu. Und dann? Ganz einfach, sie gehen laufen. Über Stock und Stein. Im Wald, über Felder, Flachland, Hochland. Die Rot Runners sind in jedem Gelände anzutreffen. Am Ende eines jeden Laufes sitzt man in geselliger Runde zusammen und tauscht sich aus. Was macht der eine oder andere für Fortschritte? Was hat man in letzter Zeit erlebt? Und immer mit dabei: Ein Teammitglied von Gerstberger. Die Rot Runners sind nämlich ein Zusammenschluss von Menschen, die jahrelang von Gerstberger versorgt und auf ihrem Weg von uns begleitet wurden. Menschen mit dem gleichen Schicksal die Möglichkeit zu bieten sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern ist uns ein großes Anliegen. Die Rot Runners sind ein Teil unseres Unternehmens. Nach mittlerweile 10 Jahren kann man gar von einer Institution sprechen.

„Wir sind sehr stolz eine solche Gruppe unter unserem Dach zu haben, das ist etwas einmaliges in der Region und sucht seines Gleichen“, meint Jürgen Winkler, Geschäftsführer des Vitalcenters Gerstberger.

Der Gerstbergianer vor Ort begleitet die Gruppe nicht nur bei ihrem Lauf, sondern nimmt auch gern beim gemütlichen beisammen sein anschließend Anpassungen an den Prothesen vor, testet die Funktionalität und sorgt so zusätzlich für den Wohlfühlfaktor. Wer mal dabei war, wird merken, dass man hier nicht von einem läppischen Spaziergang sprechen kann. Da wird ordentlich Tempo gemacht. Im hohen Walkingschritt schreiten die Jungs und Mädels einher und haben sich am Ende eines jeden Auslaufs eine Stärkung redlich verdient.

Nach wie vor wächst unsere Rot Runners Gruppe von Jahr zu Jahr. Man freut sich stets über neue Gesichter, um weitere Unterstützung, neue Läufer. Jeder wird sofort herzlich aufgenommen und bekommt das Gefühl schon ewig dabei zu sein.

Die Rot Runners treffen sich immer am zweiten Samstag im Monat an wechselnden Orten und Lokalitäten. Bei weiteren Fragen, Anliegen oder auch gern bei Interesse steht euch der Häuptling der Gruppe Winfried Reischmann gerne zur Verfügung. (w.reischmann(at)t-online.de)